425 Jahre Johanneskirche Zautendorf

 

 

 

 

 

Jubiläumsauftakt am Samstag

 

Mit einem Sektempfang, der leider aufgrund eines Platzregens relativ bald ins Wasser fiel, wurden am Samstag auf dem Kirchengelände die Feierlichkeiten eingeläutet. Als krönender Festauftakt fand danach ein abwechslungsreiches Jubiläumskonzert unter Mitwirkung des Posaunenchors Zautendorf und des Gesangvereins Eintracht Deberndorf im Gotteshaus statt. Die Johanneskirche platzte fast aus allen Nähten, als die Sängerinnen und Sänger, unter der Leitung von Doris Habermann, mit dem gemischten Chorsatz: „Seid gegrüßt, ihr lieben Gäste“ die Besucher musikalisch willkommen hießen. Danach freute sich Pfarrer Roland Balzer in seiner Begrüßung sehr, dass so viele zu der Auftaktveranstaltung gekommen waren und gab einige Daten der Johanneskirche zum Besten. Die Ansagen der Lieder wurde von Vorstand Reiner Lang und die der Musikstücke von Chorobmann Gert Eberlein übernommen. Mit weiteren Liedern der Eintracht wurde der erste singende Block abgeschlossen. Im zweiten Block kam der Posaunenchor zum Zuge. Dieser präsentierte, unter der Leitung von Nikolay Kolev, ein Geburtstagständchen besonderer Art. Der Inhalt, gebunden wie ein Blumenstrauß mit ein bisschen Rock, ein bisschen Swing, Pop vermischt mit etwas Funk, etwas von Balladen und auch etwas Country. Mit dem Titel „Switching Music“ vom Kirchenmusiker Matthias Nagel eröffneten sie gekonnt den Posaunenchorreigen. Blockweise wechselten sich dann die Eintracht mit dem Posaunenchor ab. Dem begeisterten und tosenden Applaus der Zuhörer konnte man entnehmen, dass ihnen das „Musikalische Geburtstagsständchen“ beider Chöre sehr gefallen hat. Statt einer Zugabe wurde das gelungene Konzert mit dem gemeinsamen Danklied an Gott: „Nun danket alle Gott“ abgeschlossen. Bevor zur späten Stunde das Sonnwendfeuer entzündet wurde, konnten es sich alle bei leckeren Grillspezialitäten und netten Unterhaltungen in der Festhalle Hammerbacher/Gerwald gut gehen lassen.

 

 

Jubiläumsfest am Sonntag

 

Der Sonntag begann mit einem außergewöhnlichen Jubiläumsgottesdienst unter Mitwirkung des Posaunenchors, zelebriert von den beiden früheren Zautendorfer Pfarrern Herrn Seegenschmiedt und Herrn Steinlein. Hausherr Pfarrer Balzer konnte als Ehrengäste die beiden oben genannten früheren Zautendorfer Pfarrer, das Pfr. Ehepaar März, Dekan Schuster, Bürgermeister Obst, Pfr. Büttner mit Mitgliedern des Kirchenvorstandes und Herrn Arnold vom Kirchengemeindeamt Fürth herzlich willkommen heißen. Ein besonderer Leckerbissen war der gesangliche Vortrag des Liedes: „Halleluja“ von der Sängerin Sandra Zubak. Es war klar, dass die Ehrengäste den Wunsch an Grußworten von Pfr. Balzer nicht ausschlagen konnten. Es würde jedoch den Rahmen sprengen diese hier wiederzugeben. Ganz überrascht waren aber alle, als Herr Obst dieses Grußwort mit seinem sehr schön gesungenen Geburtstagsständchen: „Bis hierher hat mich Gott gebracht“, verband. Ein großer Dank ging von Pfr. Balzer an die vielen fleißigen Hände die das Fest vorbereitet haben und zum Gelingen verhalfen. Ganz besonders bedankte er sich mit zwei Blumensträußen beim „Hammerbacher Clan“. Bei der Oma, die nicht anwesend sein konnte, für die oftmalige Überlassung des Geländes und bei ihrer Enkelin Stefanie für ihren selbstlosen Einsatz bei der Organisation des Festes. Gemeinsam mit den Kirchenvorständen und Mitgliedern des erweiterten Kirchenvorstandes war sie die Cheforganisatorin und hatte komplett die Fäden und die Verantwortung der Organisation, die über ein ganzes Jahr hinausgingen, in der Hand. Für ihr großes Engagement überreichte er ihr für die ganze Familie einen Essensgutschein. Man sah es Stefanie Gerwald sichtlich an, dass ihr nach all der Arbeit und der schlaflosen Nächte ein riesiger Stein vom Herzen gefallen ist. Nach dem Gottesdienst nahmen viele Gottesdienstbesucher und Einwohner der Kirchengemeinde die Einladung zum Mittagessen mit Schweinebraten und Gegrilltem auf dem Festgelände gerne an. Der festliche Teil ging mit Liedern der Kindergottesdienstkinder weiter. Danach erlebten die Besucher einen etwas anderen Festprolog von Fritz Stiegler in Versform, in welchem er auch einige typisch fränkische Gedichte zum Besten gab. Nach dem Grußwort von Landrat Dießl gab es eine kleine Tanzeinlage von der „Mini Jazz Dance“ Gruppe des TSV Cadolzburg unter Leitung von Ulrike Zipperer. Die selbstgebackenen Kuchen von den Damen aus der Kirchengemeinde fanden reißenden Absatz und wurde bis auf das letzte Stück verspeist. Auch die verschiedenen Familienangebote wurden begeistert angenommen. Ein Singgottesdienst gab dem wirklich tollen Fest einen würdigen musikalischen Abschluss.

 

 

Historisches und Geschichtliches

 

Ein kleiner historischer und geschichtlicher Auszug, welchen der damalige Pfarrer Walter Steinlein im Jahr 2003 akribisch genau recherchiert und ausführlich festgehalten hat. Ursprünglich war die St. Johannes Kirche eine, dem heiligen Burkhard gewidmete Kapelle. Bereits im Jahr 1490 ist diese Kirche in einer Urkunde als „St. Johanns Kirchen“ benannt, nach Johannes dem Täufer, dem Schutzheiligen der Bauern, Gastwirte, Hirten, Zimmerleute und Weber. Als der Nürnberger Burggraf Friedrich VI im Jahre 1409 das Kloster Langenzenn gründete, wird mit den zum Kloster gehörenden Gotteshäusern bereits eine Kapelle in Zautendorf genannt. Es wird vermutet, dass die ursprüngliche Kapelle im Jahr 1591 zur Kirche mit festem Wehrturm erweitert wurde. Deshalb feierte die Gemeinde im Jahr 1991 das 400-jährige Bestehen der Johanneskirche. Der erste Gottesdienst wurde am zweiten Sonntag in der Passionszeit im Jahr 1533 gefeiert. Einen großen Einbruch in der Geschichte auch in der Zautendorfer Gemeinde brachte der Dreißigjährige Krieg (1618-1638) mit seinen schlimmen Folgen, welche in einer Kopie des ältesten Kirchenbuches von 1605 bis 1661 noch im Pfarramt vorhanden ist. Trotz der völligen Verarmung der Gemeinde, erhielten sie unter großer Opferbereitschaft ihr Kirchlein. Markgraf Georg Friedrich der Jüngere beseitigte die ärgsten Nachwirkungen des Krieges und ernannte die Gemeinde im Jahr 1700 zur selbständigen Pfarrei. Mit dem Generalfeldmarschall Ernst Hartmann Freiherr von Diemar, der im 18. Jahrhundert in seinem Schlösschen in Deberndorf residierte, erlebte die Gemeinde eine Blütenzeit. Auf eigene Rechnung lies er für „seine Deberndorfer“ eine zusätzliche Empore einbauen und verhalf der Gemeinde zu einer neuen Kanzlei und einem neuen Altar. Im Jahr 1835 wurde die Kirche umfassend renoviert, im Jahr 1892 eine Orgel eingebaut, im Jahr 1967 das Kirchendach erneuert und ab 1976 weitere Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Nähere Einzelheiten und interessantes über den Kirchenraum, der im sog. Markgrafenstiel errichteten Kirche, können Sie unter www.evangelisch-zautendorf.de, oder in einem Faltblatt, das in der Kirche ausliegt, nachlesen.

 

 

 

 

 

 

 

Georg Kramer

 

 

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